Was wir vom Schokolade essen für das Leben lernen können 

Genuss und Wohlbefinden wünschen wir uns alle. Doch wie viel Platz haben sie wirklich in unserem Alltag? Ein gutes Leben verschieben wir auf „morgen“ oder „später“.Mein Vorschlag: Mach es wie beim Schokolade essen. Genieße hier und sofort. Gönnen Dir mehr. Und denke positiver über Genuss, Schokolade und Dich selbst.    

Die „Schokoladenpsychologie“ plädiert für eine neue Lebensphilosophie, einen Perspektivwechsel vom sich Überanstrengen, Erwartungen genügen müssen, nicht richtig sein und nicht alles schaffen – hin zu einem genussvollen Umgang mit sich und dem Leben. 

Wenn wir Schokolade essen, wissen wir genau, was wir wollen. Wir wissen, was zu uns passt. Zudem handeln wir sofort und nicht irgendwann. Wir machen das Naschen nicht von Bedingungen abhängig und wir sorgen selbst dafür, in den Schokoladenhimmel zu kommen, statt von anderen die Lieferung des Glücks zu erwarten. Genau das sollten wir auf unseren Alltag übertragen.

Die Fünf Prinzipien für die Schokoladenseite des Lebens 

  1. Lebe und liebe Genuss – ohne Ausnahme

Du darfst bei allem, was Du mit Freude tust oder lässt, ein gutes Gewissen haben. Denn nur Du allein bist für Dich zuständig und lebst mit den Konsequenzen Deiner  Entscheidungen, niemand sonst. 

  1. Erst denken, dann Handeln

Wenn Du heute Abend Deine Lieblingsschokolade naschen willst, weißt Du ganz genau, was dafür zu tun ist. Du gehst zum richtigen Zeitpunkt mit dem passenden Geld in das richtige Geschäft und kaufst so viel, dass es auch zum Teilen mit der Familie reicht. Du überlegst zuerst das Ziel, dann den Weg und dann wirst Du aktiv. Ganz einfach.

  1. Wähle bewusst 

Wie immer im Leben gilt: Gewusst wie. Greifen konsequent zu Schokolade mit mehr als 70 % Kakaoanteil. Die Kakaopflanze wird „Speise der Götter“ genannte, weil so viele wertvolle Nährstoffe auf so kleinem Raum zusammengepackt sind. Die gute Nachricht für alle Figurbewussten lautet: Dunkle Schokolade beeinflusst den Blutzuckerspiegel kaum. Dies bedeutet, dass kaum Insulin ausgeschüttet wird und Nahrungsfette nicht auf der Hüfte landen.

  1. Du bist so glücklich, wie Du es Dir erlaubst

Könnte nicht alles im Leben so leicht und angenehm sein, wie der Genuss eines Stückes Schokolade?  Wenn Du Dinge tust, weil Du willst und nicht musst, wirst Du Dich viel besser fühlen und deshalb doppelt so effektiv sein. Es ist dann wie beim Schokolade essen. Da greifen wir bei dem zu, was uns gut tut und dann, wenn wir Appetit haben. Entwickle ein umfassendes Lebenskonzept, statt kurzfristiger Selbstkasteiung. Gib Dir die Erlaubnis, dass es Dir ohne Bedingungen gut gehen darf.

  1. Fang gleich mit dem genussvollen Leben an

Der Druck nimmt zu! Immer höher, schneller, weiter und dabei immer attraktiver, fitter, positiver… Die Ansprüche, die an uns gestellt werden und die auch immer mehr von uns sogar freiwillig an sich selbst stellen, sind kaum noch zu erfüllen. Im Ergebnis macht uns unser so reiches Leben eher krank als glücklich. Nur wenn es Dir gut geht, profitieren alle davon. Glückliche Menschen leben länger und gesünder, sind produktiver, haben zufriedenere Kunden und Mitarbeiter und können Krisen besser meistern.   

Flexibler Verzicht als selbst bestimmtes Genusskonzept

  1. Verzicht heißt, die Schokoladenseiten des Alltags wieder schätzen lernen.

Die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern halte ich grundsätzlich für eine gute Chance, die eigenen Gewohnheiten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Genuss rutscht im Alltag schnell weg. Wir lesen beim Essen, trinken das erste Glas Wein viel zu schnell, schlingen, statt zu schmecken, oder essen und trinken schlicht zu viel. Warum? Weil sich der Entspannungsbotenstoff Dopamin abnutzt. Um den gleichen Effekt an Entspannung zu erzielen, benötigen wir dann etwas anderes oder mehr desselben. Die Konsequenz eines Verzichtes z.B. von Zucker, Alkohol, Kaffee oder Fleisch, aber auch Fernsehen  wäre, danach maßvoller und vor allem bewusster damit umzugehen.

  1. Verzicht heißt nicht, weniger süß zu sich zu sein 

Häufig fällt es uns leichter, nach dem „alles oder nichts“ Prinzip zu leben. Also lieber keinen Wein als ein Glas zu trinken, wenn ich Auto fahre. Beim Fasten werden wir wie in anderen Lebensbereichen auch getrieben von Perfektionismus und der Idee, alles richtig machen zu wollen. Haben wir wirklich immer überprüft, ob diese zu uns passen? Ob diese die besten Lösungen sind? Muss Medizin, die hilft, wirklich bitter sein? Sind wir nicht in unserem Alltag sowieso viel zu hart zu uns? Wir machen falsche Kompromisse, zu viele Überstunden, quälen uns mit Sportarten, die keine Freude bringen und zählen uns die Kalorien in den Mund? 

  1. Das Experiment: Verzicht mit Schokoladenfreiheit

Ich mache ein Experiment: Flexibles Fasten. Ich faste Süßigkeiten und Alkohol und erlaube mir bei Wein und Schokolade Ausnahmen.

Sorgen machten sich breit. Was wäre, wenn ich aus dem Ausnahmen machen nicht heraus komme und jeden Tag Schokolade esse? Habe ich mich im Griff? Würde ich nicht gegen das bewährte Konzept des Fastens verstoßen? Darf ich das überhaupt? Ist das nicht ein Zeichen von Schwäche?

Ist es Schwäche, sich etwas Wohltuendes zu erlauben, statt ein Konzept rigoros durchzuziehen? Ist es Stärke, gegen die eigenen Bedürfnisse zu leben? Warum fällt es uns leichter, etwas Unangenehmes oder nicht passendes  „auszuhalten“ statt damit aufzuhören? Unsere Welt und wir als Teil von ihr braucht ein Gleichgewicht der Pole. Hell und dunkel, schnell und langsam, und eben stark und schwach. Ich plädiere dafür, dass im rechten Moment schwach zu sein, die neue Stärke ist. Denn wenn wir über den Griff zu einem Stück Schokolade sprechen ist diese „Schwäche“ eben vielleicht eher sinnvolle Selbstfürsorge. 

Ich teste mein Konzept fast jeden Tag. Auf dem Weg ins Büro kam ich zum Beispiel an einem Café vorbei. Normalerweise trinke ich hier eine heiße Schokolade. Kurz blieb ich stehen und wog ab. Sollte ich mir diese jetzt gönnen? So warm und duftend wäre sie ein großartiger Start in den Tag. Doch dieser Augenblick des bewussten Spürens nach meinen Bedürfnissen zeigte mir: Das ist jetzt nicht wichtig. Wunderbar. Mit diesem Gefühl ist es viel leichter, „nein“ zu sagen.

Mein Computer streikt. Seit Tagen läuft irgendetwas nicht. Ich kann an keinem Tag das tun, was ich geplant habe und laufe den Technikern gefühlt stundenlang hinterher. Ich bin total frustriert und bin mir sicher, jetzt hilft nur Schokolade. Im Alltag würde ich jetzt einige Stücke naschen. Doch naschen, um Stress abzubauen ist eine schlechte Gewohnheit. Ich lasse es.

Ich bekomme eine Tafel Schokolade geschenkt. Eine meiner Lieblingssorten.. Was tun? Ich darf ja etwas davon essen. Doch werde ich auch nur ein oder zwei Stücke essen? Ich öffne die Tafel und schaue sie an, nehme den verlockenden Duft wahr. Ich fühle ein schlechtes Gewissen, schon nach wenigen Tagen eine Ausnahme vom Fasten zu machen. Ich fühle den Konflikt zwischen Genuss und Regel brechen. Ich muss mir gut zureden, mich ganz auf die Freude an der Schokolade zu konzentrieren. Schnell packe ich danach alles ein und bringe die Schachtel außer Sichtweite. 

Üben, üben, üben Sie den positiven Blick auf die Welt und den guten Umgang mit sich. 10 Minuten am Tag reichen und schon stehen Sie ganz anders da- mit und ohne Schokolade:

https://www.ilonabuergel.de/positives-denken-lernen-ueben/