Studien beweisen: Nur eine verblüffende Technik nötig zum Stressabbau

by Detlef Beeker

Dass Stress schädlich ist, ist allgemein bekannt. Wenn wir unter Stress leiden, altern wir schneller und sterben früher. Ich möchte dir dazu eine atemraubende Studie vorstellen, die wirklich zu einem spektakulärem Ergebnis kam.

Die Studie wurde u. a. von der Nobelpreisträgerin Elisabeth Blackburn (siehe Bild rechts) durchgeführt. Sie hat den Nobelpreis für ihre Lang-Lebe-Forschung erhalten.

In der Studie ging es um die Auswirkungen von Stress auf das biologische Alter. Dies ist das tatsächliche Alter einer Person und kann erheblich vom chronologischen abweichen.

Eine der stressigsten Situationen ist die Pflege eines kranken Angehörigen. In der Studie wurden Mütter untersucht, die ein pflegebedürftiges Kind hatten und sich darum kümmerten. Dies ist ein außerordentlich hoher Stress, da die Pflegesituation Tag und Nacht andauert. Das Nervensystem hat nie die Möglichkeit sich vollkommen auszuruhen. Die Eltern waren unterschwellig ständig in Alarmbereitschaft. Zusätzlich war dieser Stress chronisch. D. h. er ging über viele Jahre. Wie zu erwarten fanden die Forscher heraus, dass die stressgeplagten Mütter biologisch älter waren als in der Kontrollgruppe. In dieser befanden sich Mütter mit nicht pflegebedürftigen Kindern. Es wurde weiterhin herausgefunden, je länger der Stress anhielt, desto biologisch älter waren die Personen (Quelle: Epel, E. S., et al., »Cell Aging in Relation to Stress Arousal and Cardiovascular Disease Risk Factors«, Psychoneuroendocrinology 31, no. 3 (April 2006): S. 277–287, doi:10.1016/j.psyneuen.2005.08.011).

Es gab aber eine erstaunliche Besonderheit: Nicht alle Eltern hatten diese negativen Effekte. Es gab einige Eltern, die mit diesem Stress wesentlich besser umgehen konnten, sowohl mental als körperlich.

Dies wurde weitergehend untersucht. In einer Anschlussstudie konnten die Wissenschaftler herausfinden, was genau dazu führte, dass einige Mütter keine Schäden durch Stress aufwiesen. Tatsächlich gab es einen kleinen Unterschied. Möchtest du es wissen? Ja? OK, hier ist es: *Trommelwirbel*

Es ist unsere Sichtweise!

Genau! Ob wir eine Stresssituation als Bedrohung oder Herausforderung betrachten, macht den Unterschied aus, ob Stress uns schädigt oder nicht!

Das heißt also, ob unser Körper durch Stress geschädigt wird, hängt von unserer Einstellung zum Stress ab.  Ein verblüffendes Ergebnis. Übrigens gibt es auch andere Studien, die zu demselben Ergebnis kommen, wie eine Studie über knapp 30.000 Personen. Die Studie fand heraus, dass Menschen deutlich länger lebten, die eine positive Einstellung zum Stress hatten (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3374921/). Unsere Einstellung entscheidet also buchstäblich über Leben und Tod.

Menschen die eine stressige Situation als Herausforderung betrachten, anstatt als Bedrohung, werden mit dem Stress besser fertig. D. h. es gab keine negativen Auswirkungen. Eine erstaunliche Entdeckung. Schauen wir uns das näher an.

Elli Blackburn
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Herausforderung vs. Bedrohung

Wie wir Stress wahrnehmen, beeinflusst stark, wie sich Stress auswirkt. Die Wahrnehmung des Stresses wiederum ist durch viele Einflüsse geprägt. Unsere Kindheit ist ein wichtiger Einflussfaktor: Haben wir in unserer Kindheit oft bedrohliche Situationen erlebt, wie beispielsweise Misshandlungen, so ist unser System auf Bedrohung eingestellt. Das bedeutet, auch später fallen wir leicht in diese Bedrohungsreaktion. Studien haben ergeben, dass Kinder die unter moderaten Belastungen standen, später am besten mit Stress umgehen. Erstaunlicherweise besser als Kinder die es besonders leicht hatten in ihrer Kindheit. Denn diese hatten nicht richtig gelernt, mit stressvollen Situationen umzugehen.

  • Bedrohung: Häufig wird eine stressige Situation als Bedrohung wahrgenommen. Dies löst eine negative Stressreaktion im Körper aus. Erst dadurch wird unser Körper auf Dauer geschädigt.
  • Herausforderung: Stress kann als Herausforderung gesehen werden. Dadurch wird eine positive Stressreaktion im Körper ausgelöst. Der Körper wird auf eine positive Herausforderung vorbereitet. Hier nimmt der Körper keinen Schaden. Die Einstellung zum Stress ist also entscheidend. Allerdings geht es auch hier wie immer um die Dosierung: Anhaltender Stress kann auch durch eine positive Einstellung nicht aufgehalten werden.

Praktische Anwendung

So weit, so gut. Nur, wie entwickeln wir eine positive Einstellung zum Stress?

Wichtig ist, dass du in stressvollen Situationen an diese Einstellungen denkst, dass Stress dein Freund ist. Eine Möglichkeit ist, dass du dir notierst, welche Situationen stressvoll sind. Dann gehe bewusst mit einer positiven Einstellung in diese Situation.

Eine besonders gute Möglichkeit, eine positive Einstellung zu entwickeln, sind Beschwörungen. Dieser Begriff stammt von Dr. Linell King. Beschwörungen sind Affirmationen plus Gefühle. Wenn du eine Affirmation mit einer ordentlichen Dosis Gefühl sagst, wirken sie deutlich stärker. Du kannst bspw. folgende Affirmationen benutzen:

„Diese Situation ist eine Herausforderung. Ich freue mich darauf, sie zu bewältigen. Ich werde dadurch wachsen und stärker werden. Ich gebe jederzeit mein Bestes.“

„Ich gehe gelassen und mit innerer Kraft mit dieser Herausforderung um. Ich vertraue dem Leben. Ich wachse an dieser Herausforderung.“

Du kannst Gefühl in die Beschwörung bringen, indem du eine entsprechende Körpersprache hast. Du stehst aufrecht, vielleicht ballst du sogar deine Hände, lächelst Sieges-bewusst usw. Dadurch wirst du automatisch in einen starken Zustand kommen.

Wie immer ist es wichtig, dass du diese Technik konsequent anwendest. Ich kann sie nur empfehlen. Schreibe mir gerne deine Erfahrungen damit.

Bildquellen: Ärztin designed by Creativeart - Freepik.com
Blackburn Quelle: https://kurier.at/wissen/elizabeth-blackburn-erklaert-wie-man-die-gesunden-lebensjahre-verlaengern-kann/249.637.105

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