Warum Du unbedingt meditieren solltest

by Detlef Beeker

"Angenommen, Sie lesen über eine Pille. Diese nehmen Sie einmal täglich um Ängste zu reduzieren und Ihr Wohlbefinden zu steigern. Würden Sie sie nehmen? Nehmen Sie weiterhin an, dass diese Pille eine Vielfalt von Nebeneffekten hat, welche nur gut sind: Erhöhtes Selbstwertgefühl, Empathie und Vertrauen; sie steigert sogar das Gedächtnis. Angenommen, abschließend, dass diese Pille völlig natürlich ist und nichts kostet: Würden Sie sie nehmen? Die Pille existiert. Es ist Meditation."


Jonathan Haidt

Es gibt sehr viele wissenschaftliche Studien zu den Effekten der Meditation. Bekannt wurde eine Studie aus dem Jahr 2004, in der Mönche aus dem Umfeld des Dalai Lamas untersucht wurden.[1] Es wurden sehr interessante Effekte und ausschließlich positive Wirkungen der Meditation festgestellt:

  • Erstaunliche Aktivierung des linken präfrontalen Kortex: Die Wissenschaft hat festgestellt, wenn eine Person unglücklich ist, depressiv oder ängstlich, ist im vorderen Bereich des Gehirns die rechte Seite aktiv. Ist jemand glücklich, freudig oder zufrieden, ist die linke Seite des vorderen Gehirns aktiv. Bei den meisten Menschen sind die beiden Gehirnseiten in etwa gleich aktiv. Die Wissenschaftler haben die Aktivität bei den meditierenden, tibetischen Mönchen des Dalai Lamas gemessen. Das Ergebnis war verblüffend: Die Aktivität im linken präfrontalen Kortex war um ein mehrfaches ausgeprägter als bei einem durchschnittlichen Menschen. Das bedeutet, diese tibetischen Mönche erfahren sehr viel Zufriedenheit, Freude und Glück in ihrem Leben und kaum negative Gefühle.
  • Schreckreaktion: Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie schreckhaft die tibetischen Mönche in einer Meditation sind. Dazu haben sie plötzlich ein lautes Geräusch gemacht. Bislang hat die Wissenschaft angenommen, dass jeder Mensch eine Schreckreaktion hat und diese nicht unterdrückt werden kann. Auch bei Soldaten, die daran gewöhnt waren, Schüsse in ihrer Umgebung zu hören, hatten noch immer eine Schreckreaktion. Auch wenn diese nur sehr klein war. Die tibetischen Mönche dagegen hatten gar keine Schreckreaktion mehr. Dies war ein bemerkenswertes Ergebnis und es war die erste Dokumentation von Menschen völlig ohne eine Schreckreaktion in der Geschichte der Menschheit.
  • Sie müssen gar nicht jahrzehntelang meditieren wie die tibetischen Mönche. Nein, Meditation wirkt schnell. Dies hat eine andere sehr bekannte Studie ergeben. Sie wurde von John Kabat-Zinn und Herbert Benson durchgeführt. Dabei ging es nicht um erfahrene Meditierende, sondern um völlige Neulinge. Diese mussten im Rahmen der Studie an einem 8-Wochen-Meditationsprogramm teilnehmen. Die Teilnehmer meditierten 45 Minuten täglich. Die Wirkungen der Meditation konnten sich sehen lassen:
  • Stress und Ängste wurden abgebaut.
  • Insgesamt erfreuten sich die Teilnehmer über mehr Zufriedenheit und Glück.
  • Ein erstaunliches Ergebnis war, dass sich innerhalb dieser kurzen Zeit das Gehirn verändert hat. Bis zum Anfang dieses Jahrtausends war die Wissenschaft der Meinung, dass sich das Gehirn nach dem vierten Lebensjahr überhaupt nicht mehr verändert. Nun konnte festgestellt werden, dass innerhalb von nur acht Wochen sich das Gehirn durch Meditation positiv verändert.
  • Den Meditierenden und einer Kontrollgruppe wurden Krankheitserreger für eine Erkältung injiziert. Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen der Meditations- und der Kontrollgruppe gab: Die Meditierenden wurden deutlich weniger krank. Das bedeutet, Meditation wirkt sich sogar positiv auf das Immunsystem aus.

Neuere Studien haben ergeben, dass Meditation sogar schon nach einer Woche positive Wirkungen zeigen. Zusammengefasst hat die Meditation folgende positive Wirkungen:[2]

  • Weniger Stress
  • emotionale Stabilität und Optimismus
  • verbesserte Achtsamkeit und Geduld
  • besseres Gedächtnis, gesteigerte Konzentration und höhere geistige Flexibilität
  • gesteigerte Intuition und Körperwahrnehmung,
  • Verlangsamung des Alterungsprozesses
  • hochwertiger Schlaf
  • verringertes Schmerzempfinden
  • niedriger Blutdruck
  • Verbesserung des Immunsystems
  • Senkung des Cholesterinspiegels
  • positiverer Verlauf von Migräne-Anfällen.

Sie sehen, Meditation ist eine "eierlegende Wollmilchsau". Es lohnt sich, zu meditieren.

[1] Pollard (2004): "Meditation and brain function: a review", Eubios Journal of Asian and International Bioethics, 14, 28-34.

[2] Quelle: http://bit.ly/2qSKKKg

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