Was ist Glück und wie wird es gemessen?

by Detlef Beeker

Was ist Glück und wie wird es gemessen?

“Glück ist ein warmes Hundebaby”

Charles M. Schulz

Was ist Glück?

Das Zitat von Charles M. Schulz, dem Erfinder der “Peanuts” drückt gut aus, was Glück ist, ist allerdings nicht sonderlich präzise. Aber es ist nicht leicht, auf die Frage “was ist Glück?” zu antworten. Wir wissen zwar, was Glück ist und wann wir glücklich sind, aber es genau in Worte zu fassen, ist nicht leicht. In der wissenschaftlichen Glücksforschung hat sich etabliert, von zwei Aspekten des Glücks zu sprechen. Das zeigt folgende Abbildung.

glueck-definition

  • Was Glück nicht ist: Erst einmal sehen wir, dass die Glücksforschung unter “Glück” eher “glücklich sein” versteht. Also “Glück” als positiver Zufall ist damit nicht gemeint. Auch “Glück” als “Glücksseligkeit” ist nicht gemeint. Dies haben die griechischen Philosophen als “Eudämonie” bezeichnet.
  • Glück als gute Gefühle: Glück, so wie es die Glücksforscher sehen, hat zwei Aspekte. Zum einen die emotionale Seite. Das heißt, wir sind glücklich, wenn wir uns wohl fühlen. Das kann Freude sein, Entspannung oder alle möglichen anderen positiven Gefühle. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass wir möglichst wenig negative Gefühle empfinden, wie Angst usw.
  • Glück als Lebenszufriedenheit: Hier geht es darum, wie zufrieden wir mit unseren Lebensbedingungen sind. Haben wir unsere Ziele erreicht? Führen wir nach unserer eigenen Einschätzung ein gutes Leben? Um diese Fragen geht es bei diesem Punkt.

Die bekannte Glücksforscherin Sonja Lyubomirsky hat Glück treffend wie folgt definiert: “Ich verwende den Begriff ‘Glück’, um eine Erfahrung der Freude, der Zufriedenheit oder des Wohlbefindens zu beschreiben, die mit dem Gefühl einhergeht, dass unser Leben gut, sinnvoll und lebenswert ist.” Die Glücksforscher sind sich allerdings im Großen und Ganzen einig, dass Jeder instinktiv selbst weiß, was Glück bedeutet.

Wie wird Glück gemessen?

Glücksforscher meinen, dass die Menschen selbst am besten wissen, ob sie glücklich sind. Deswegen ist die häufigste Methode um Glück zu messen, Denjenigen einfach zu fragen. Wissenschaft ist manchmal gar nicht so kompliziert. Wie sieht so eine Befragung aus? Da gibt es verschiedene Varianten. Viele Glücksforscher fragen nur nach der Lebenszufriedenheit – das reicht für viele Untersuchungen aus. Der Befragte kann sich dann auf einer Skala von1 bis 10 einordnen. Das sieht dann wie folgt aus:

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Der Befragte macht dann am entsprechenden Wert ein Häkchen. Im Folgenden sehen Sie eine vier-dimensionale Befragung, die nicht nur die Lebenszufriedenheit berücksichtigt. Sie ist von der Glücksforscherin Sonja Lyubomirsky entwickelt worden:

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Glück kann nicht nur mit Befragungen gemessen werden. Empfindet ein Mensch Glück, so kann dies an seinen Gehirnströmen erkannt werden. Glück ist also auch objektiv messbar. Das ist allerdings recht aufwändig und Wissenschaftler haben festgestellt: Solche Gehirnstrommessung stimmen weitgehend mit den Ergebnissen von Befragungen überein. Deswegen arbeiten heutzutage die meisten Wissenschaftler mit Befragungen. Das ist einfach und effektiv.Wenn Sie mögen, können Sie gerne die Fragen für sich selbst beantworten. Berechnen Sie dann Ihren Durchschnittswert. Der sich ergebene Wert ist Ihr augenblickliches Glücksniveau. Damit Sie sich einordnen können, folgen ein paar Untersuchungsergebnisse: Im Durchschnitt erzielen die Menschen zwischen 4,5 und 5,5. Studenten erzielen durchschnittlich weniger Glückspunkte und zwar knapp unter 5. Erwachsene Berufstätige und Rentner erzielen dagegen etwas mehr. Sie liegen im Schnitt bei 5,6. Sind Sie beispielsweise Student und liegen über 5, dann sind Sie überdurchschnittlich glücklich. Übrigens: Wie Ihr Ergebnis auch immer sein mag, Ihr Glücksniveau lässt sich verbessern.

Es gibt einige andere Ansätze. Ein bekannter ist der Happy-Planet-Index (HPI). Er misst das Glück eines ganzen Landes. Diese Kennzahl wurde 2006 von den Organisationen New Economcs Foundation und Friends oft he Earth entwickelt. Drei Kriterien werden herangezogen:

  • Lebenserwartung
  • Persönliche Zufriedenheit
  • Ökologischer Fußabdruck: Damit ist gemeint, wie viele ökologische Ressourcen verbraucht werden. So liegt beispielsweise die USA hinter Bangladesch, weil die USA sehr viele Umweltressourcen verbraucht.

Sie sehen also: Der HPI ist kein reiner Glücksindex, sondern mischt noch andere Faktoren mit hinein. Weitere Informationen können Sie unter wwwhappyplanteindex.org erhalten.

Ebenfalls ein nationaler Indikator ist das Bruttonationalglück. Es wurde 1979 von Jigme Singye Wangchuck dem damaligen König von Buthan geprägt. Aber auch dies ist keine reine Glückskennzahl, sondern es spielen andere Faktoren mit rein, wie soziale Gerechtigkeit, Schutz der Umwelt sowie gute Regierungs- und Verwaltungsstrukturen.

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